Deutsche KMU verschenken wertvolle Potenziale

Online-Marketing: Studie zeigt den Nachholbedarf im internationalen Vergleich

Neue Kunden liegen nicht auf der Straße. Aber sie sind im Netz – massenhaft und permanent.
63 Millionen Deutsche sind mittlerweile online – 54 Millionen sogar täglich (Quelle: ARD/ZDF-Onlinestudie). Nur zehn Prozent der Bevölkerung zwischen Flensburg und Garmisch kehren der digitalen Welt derzeit (noch) den Rücken. Gerade für kleinere und mittelständische Unternehmen (KMU) liegt im Netz also ein enormes Potenzial. Allein: Beim Thema-Online-Marketing hinken die deutschen KMU noch ordentlich hinterher und setzen nach wie vor auf klassische Maßnahmen. Das belegt eine aktuelle Studie des Online-Marktplatzes „Groupon“ in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen OPINION, das dafür Marketing-Entscheidern aus Großbritannien, Polen, Spanien, Italien und Deutschland auf den Zahn gefühlt hat.

Rund ein Viertel ihres Marketingbudgets investieren Unternehmen des deutschen Mittelstandes derzeit in ihre Online-Aktivitäten. Klingt viel, das Volumen ist in den vergangenen Jahren auch deutlich gestiegen – aber das Verhältnis stimmt noch nicht, denn digitales Marketing ist mittlerweile ohne Wenn und Aber ein Muss, um sich im Markt zu beweisen und bei Neu- und Bestandskunden zu etablieren.  Jedes vierte befragte Unternehmen in Deutschland (26 Prozent) sieht im Direktmarketing via Flyer und Broschüren den effektivsten Marketingkanal. Anzeigen in der lokalen Presse landen mit 16 Prozent immerhin noch auf Platz vier. Websites (21 Prozent) und die Social-Media-Präsenz (18 Prozent) steigen in ihrer Bedeutung – in den anderen untersuchten Ländern haben die Marketing-Maßnahmen via Facebook, Instagram und Co. allerdings längst die Nase vorn.

Noch ein Trend-Thema im Marketingbereich übersehen deutsche Unternehmen häufig: die Kooperation mit Influencern. Nur 16 Prozent der für die „Groupon“-Studie befragten Entscheider sehen die Zusammenarbeit mit Internet-Ikonen als wichtigen Baustein ihres Geschäftserfolges. Personalisiertes Marketing (33 Prozent), neue Zahlungsmethoden (24 Prozent) sowie Augmented- und Virtual-Reality-Anwendungen (21 Prozent) sind dagegen neue Technologien, denen mehr Erfolgsaussichten zugeschrieben werden. Auch hier ist der deutsche Mittelstand im europäischen Vergleich noch nicht in der Marketing-Spitzengruppe angekommen.

Noch deutlicher wird der Handlungsbedarf beim Blick auf die Auswertung von Online-Marketing-Maßnahmen: Mehr als jedes dritte deutsche kleinere und mittlere Unternehmen besitzt derzeit keinerlei Daten, die zur Erfolgsmessung herangezogen werden können. In Polen beispielsweise stochern nur 8 Prozent der KMU derart im Nebel, wenn es um die Analyse des ROI (Return of Invest) ihrer Marketing-Maßnahmen geht – gefolgt von Italien (9 Prozent), Spanien (11 Prozent) und Großbritannien (19 Prozent).

Fazit: Noch sind die meisten deutschen KMU in der digitalen Welt erst zögerlich angekommen und verschenken im Marketing wertvolle Potenziale.